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Das Ambulante OP-Zentrum am JoHo

Bei einer Operation denken viele Menschen an einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt. Das muss aber nicht sein: Aufgrund des schnellen medizintechnischen Fortschritts und schonender OP- und Narkoseverfahren können immer mehr Operationen ambulant durchgeführt werden. „Einer der  großen Vorteile für Patienten ist, dass sie noch am selben Tag des Eingriffs wieder nach Hause gehen und in gewohnter Umgebung genesen können“, erklärt Dr. Rolf Udo Kütting, Facharzt für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin sowie Ärztlicher Leiter des Ambulanten OP-Zentrums am St.-Johannes-Hospital. Immer mehr Patienten nutzen das Angebot. Das Ambulante OP-Zentrum, kurz AOZ, verzeichnet als eigenständige Abteilung des Krankenhauses seit Jahren steigende Zahlen. 2016 wurden hier rund 4.500 Patienten von den Operateuren des JoHo und kooperierenden niedergelassenen Medizinern behandelt. „2017 rechne ich mit einem Anstieg auf 5.000“, so Dr. Kütting. Ein großer Vorteil der Einrichtung ist die Nähe zum stationären Bereich: „Wir bieten höchstes medizinisches Niveau und können gleichzeitig Synergien mit dem Hospital nutzen. Das bedeutet zusätzliche Sicherheit.“ Denn: Sollte es zu unerwarteten Behandlungsverläufen während eines Eingriffs kommen oder der Patient doch über Nacht zur Überwachung dabehalten werden, sind die Wege kurz. „Ambulant vor stationär“ ist ein wichtiger Leitsatz der deutschen Gesundheitspolitik. Er bedeutet, dass zuerst alle Möglichkeiten der ambulanten Versorgung ausgeschöpft werden müssen, bevor ein Patient im Krankenhaus aufgenommen wird. Vorteile hat dabei eine ambulante Operation vor allem für Menschen, die noch sehr selbstständig sind und sich selbst versorgen können. Sie schätzen die Ruhe nach dem Eingriff im eigenen Zuhause. Auch das Infektionsrisiko im ambulanten Bereich gilt als niedriger. Zudem ist der finanzielle Aspekt für viele Patienten interessant, da die Gebühr für die Krankenhausübernachtung entfällt. Letztendlich muss aber der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung wählen. Fazit: Wenn das Risiko kalkulierbar ist und das häusliche Umfeld es zulässt, spricht nichts gegen eine ambulante Operation.

Breites Leistungsspektrum
Welcher Patient ambulant operiert werden kann, wird vorab beim Erstellen eines individuellen Krankheitsprofils geklärt. „Obwohl die Narkose- und Operationsverfahren heutzutage sehr schonend sind, scheiden Hochrisikopatienten für einen ambulanten Eingriff aus. Sie müssen stationär behandelt werden“, sagt der Leiter des OP-Zentrums. Hochrisikopatienten sind zum Beispiel Menschen mit starkem Übergewicht, schlecht eingestelltem Diabetes oder mit stark einschränkenden Erkrankungen an Herz oder Lunge. Ein weiterer Pluspunkt des Ambulanten OP-Zentrums am St.-Johannes-Hospital, an dessen Aufbau Dr. Kütting 2004 selbst beteiligt war, ist das breite Leistungsspektrum. Es umfasst operative Eingriffe in den Bereichen Gynäkologie, HNO, Allgemein- und Gefäßchirurgie, Augenheilkunde, Plastische und Ästhetische Chirurgie und Urologie. Letztere werden von zwei externen Partnern der urologischen Gemeinschaftspraxis Urologikum Dortmund durchgeführt, die mit der Einrichtung kooperieren. Die ästhetischen Eingriffe nimmt Dr. Martin Reifenrath vor, der eine eigene Praxis in „Rufweite“ zum AOZ hat. Das interne Team unter Dr. Kütting umfasst sieben Mitarbeiter, darunter vier Fachangestellte, zwei OP-Pflegekräfte und eine Anästhesie-Krankenschwester. Speziell geschult und auf einander abgestimmt, gelingt so ein gut getakteter zügiger Ablauf. „Benötigen wir weitere Unterstützung, können wir auf den Mitarbeiterpool des Hospitals zurückgreifen“, erklärt Dr. Kütting. Ein in sich geschlossenes Konzept.

Das Ambulante OP-Zentrum gibt es seit 13 Jahren. Es liegt in der zweiten Etage des St.-Johannes-Hospitals und ist architektonisch auf einen reibungslosen und schnellen Behandlungsablauf zugeschnitten. Wie in einem Rundgang angelegt, wird der Patient am Tag des Eingriffs nach seiner Anmeldung im Empfangsbereich in einen der Ruheräume gebracht. Dort kann er noch einmal Rücksprache mit dem Chirurgen und Anästhesisten halten und sich, falls erforderlich, entkleiden. Von da aus geht es in einen der drei Operationssäle, in dem die Narkose eingeleitet und der Eingriff vorgenommen wird. Nach der OP kommt der Patient in den Aufwachraum, der Platz für vier Betten bietet und direkt neben den OP-Sälen liegt. Hier werden zunächst alle wichtigen Körperfunktionen kontrolliert, bevor es wieder zurück in den Ruheraum geht. Jetzt bekommt der Patient in der Regel auch ein Frühstück. Eine abschließende Kontrolluntersuchung kann bei einem niedergelassenen Arzt oder wieder in den Ambulanzen des St.-Johannes-Hospitals erfolgen. Oft ist es den Operateuren wichtig, sich von dem Wohlergehen ihrer Patienten noch einmal persönlich überzeugen zu können.

Vorab gründlich aufgeklärt
Die notwendigen Voruntersuchungen werden vom Hausarzt durchgeführt, der dann wiederum den Patienten an das AOZ überweist. Hier erfolgt eine Vorbesprechung, bei der das Krankheitsprofil erstellt und daraufhin der individuell abgestimmte Eingriff und das Narkoseverfahren erläutert wird. Auch erfährt der Patient, welche Medikamente er vor seinem ambulanten Eingriff nehmen darf und auf welche er besser verzichten sollte. Zur Operation muss er nüchtern erscheinen, darf also vorab sechs Stunden lang nichts essen und keinen Kaffee trinken. Wasser und Tee sind jedoch noch bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff erlaubt. Babys dürfen bis zu vier Stunden vorher noch Muttermilch trinken. Auch wird die Frage nach einer Begleitperson und die Nachsorge zuhause geklärt.

Auch im Nachhinein gut versorgt
Patienten, die ohne Begleitung am Operationstag erscheinen, können nicht ambulant behandelt werden. Denn sie sind darauf angewiesen, im Anschluss nach Hause gebracht und dort 24 Stunden nicht alleine gelassen zu werden. Bei einem Notfall muss jemand vor Ort sein, um Hilfe zu holen. Aufgrund der eingeschränkten Reaktionsfähigkeit nach der Narkose darf der Patient in dem Zeitraum nicht an Maschinen arbeiten und sollte keine wichtigen Entscheidungen treffen sowie Verträge unterschreiben. Kinder benötigen neben der Begleitperson noch einen gesonderten Fahrer: So kann sich einer auf dem Weg nach Hause um das Kind kümmern, der andere das Fahrzeug lenken. Öffentliche Verkehrsmittel entfallen als Fortbewegungsmöglichkeit für den Fall, dass sich das Kind auf dem Heimweg übergeben muss. Zudem dürfen Kinder nach der Operation für 24 Stunden nicht im Freien spielen.

Ambulantes OP-Zentrum am St.- Johannes-Hospital
Ärztliche Leitung
Dr. Rolf Udo Kütting
Tel.: (0231) 1843 - 37080
E-Mail: ambulanzzentrum@joho-dortmund.de

www.ambulanzzentrum-dortmund.de

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