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Erstes Adipositaszentrum in Dortmund am St.-Johannes-Hospital zertifiziert

Die Klinik für Chirurgie im St.-Johannes-Hospital mit Chefarzt Prof. Dr. med. Bolder hat bereits vor einigen Jahren ein Adipositas Zentrum gegründet, das Ende August durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie als erstes und einziges Zentrum in Dortmund zertifiziert wurde. Das Zentrum zeichnet sich durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Behandlungs- und Therapiebereiche, durch individuelle und mannigfaltige OP-Verfahren und eine engmaschige Nachsorge der Patienten aus.


Steigende Zahl an Übergewichtigen
In Deutschland haben bereits 3 Prozent der Bürger einen BMI (Body Maß Index) von über 40 kg/m2, der Durchschnitts-BMI gesunder Menschen liegt unter 25 kg/m2. Ab einem BMI von 25 kg/m2 fängt das Übergewicht an, ab einem BMI von 30 kg/m2 besteht eine Adipositas. Wenn der BMI über 40 kg/m2 liegt, ist eine Gewichtsabnahme durch Diäten alleine nicht mehr möglich. Die Ursache hierfür liegt in der hormonellen Aktivität des Fettgewebes. Dieses schüttet genau die Hormone aus, die dem Gehirn einen Anreiz geben ein Hungergefühl zu verspüren, was wiederum in einer gesteigerten Nahrungsaufnahme resultiert. Das Adipositas Zentrum gibt genau diesen Patienten auf vielfältigen Ebenen Hilfestellungen zur Gewichtsreduktion.


Intensive Beratung
Für die Patienten wird im Adipositas Zentrum ein multimodales Therapiekonzept (MMK) erstellt. Das MMK umfasst ein individuelles Konzept. Hierbei werden die Patienten hinsichtlich einer notwendigen Ernährungsumstellung und einer sinnvollen Diät beraten. Auch erfolgt eine psychologische Bewertung, inwieweit eine behandlungsbedürftige Essstörung vorliegt. Ein weiterer wichtiger Punkt im MMK ist eine Steigerung des Energieverbrauchs durch mehr Bewegung. Auch hierbei erhalten die Patienten eine umfangreiche Beratung. Hält sich der Patient an die Ratschläge des Adipositas Teams, hat er gute Aussichten nach einer geeigneten Adipositasoperation wieder normalgewichtig zu werden. Nach einem erfolgreich durchlaufenen MMK stellen sich die Patienten beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen vor, der eine Einzelfallüberprüfung vornimmt und ein Gutachten über den Gesundheitszustand für die Krankenkasse erstellt. Hierbei wird bewertet, inwieweit die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme erfüllt sind.

Individuelle OP-Verfahren
Es gibt vier Operationsverfahren, die jeweils in „Schlüssellochtechnik“ ausgeführt werden. Für die meisten Patienten stellen Magenbypass, Schlauchmagen, Minibypass oder das Magenband eine geeignete Lösung dar. Für schwierige Fälle werden auch Ersatzverfahren angeboten.

Unabhängig vom gewählten OP-Verfahren können die eigentlichen Ursachen der Adipositas nur bedingt behoben werden. Eine Operation ist als Hilfestellung zu sehen, die es dem Patienten ermöglicht, sein Körpergewicht zu reduzieren und danach das Gewicht zu halten. Die Schlauchmagen-OP und die Bypass-OP bewirken eine hormonelle Veränderung, die den Appetit vermindert und ein früheres Sättigungsgefühl vermittelt.

Hilfe bei Diabetes mellitus Typ 2
Die Hälfte der Patienten leidet an einem Diabetes mellitus Typ 2. Fast immer gelingt es, einen neu aufgetretenen Typ 2 Diabetes zurückzudrängen. Damit kann oft die Notwendigkeit, Medikamente einzunehmen oder Insulin zu spritzen vermieden werden. Vor allem aber wird das Risiko Begleiterkrankungen eines Diabetes, wie Augen- oder Nierenerkrankungen, zu entwickeln erheblich reduziert. Auch kann das Fortschreiten dieser Erkrankungen mit Erblindung oder Dialysepflichtigkeit oft aufgehalten werden.
Ebenso steigt die Chance, dass vormals übergewichtige Frauen nach ihrer Gewichtsabnahme schwanger werden deutlich. Ein weiterer Effekt ist, dass die Kinder ein deutlich vermindertes Risiko erben, an Diabetes oder Adipositas zu erkranken.


Selbsthilfe
Dem Adipositas Zentrum gehört eine Selbsthilfegruppe an. Weitere Infos dazu unter http://www.joho-dortmund.de/Adipositaszentrum.html.


St.-Johannes-Hospital
Chefarzt Prof. Dr. med. Ulrich Bolder
Klinik für Chirurgie
AdipositasZentrum
Telefon Sekretariat: (0231) 1843 - 35744

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