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Experte erläutert: Kann man Demenz vorbeugen?

„Demenz“! Das Wort verbreitet bei den allermeisten Menschen Angst wie sonst nur „Krebs“. Denn es macht Angst zu sehen, wenn bei Angehörigen oder Bekannten das Gedächtnis zerfällt und sie zunehmend hilflos werden. Immer wieder wird gefragt, ob man etwas dagegen tun kann, ob es möglich ist vorzubeugen.

 

Dies haben Forscher nun untersucht. Im Rahmen der „Northern Manhattan Study“ wurden 876 ältere Menschen nach ihrem Sportverhalten gefragt und ihre geistige Leistung untersucht. Das Ergebnis: Senioren mit sportlicher Aktivität schnitten schon zu Beginn besser ab und ihre geistigen Fähigkeiten blieben länger erhalten. Die Forscher berechneten, dass der Unterschied in der Hirnalterung zwischen sportlichen und unsportlichen Menschen bei etwa zehn Jahren liegt. Clinton Wright von der University of Miami fand heraus, dass körperliche Aktivität die Gesundheit des Herzens und die Sauerstoffversorgung im Körpergewebe verbessert. Auch die Zellalterung könnte verlangsamen werden. So gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass Sport das empfindliche Erbgut schützt, Entzündungen im Körper reduziert und Stress vermindert.

 

Britische Forscher fanden heraus, ein knappes Drittel aller Alzheimer-Erkrankungen wird durch veränderbare Risikofaktoren verursacht. Ansätze zur Vorbeugung bieten insgesamt sieben Risikofaktoren: mangelnde körperliche Aktivität, Rauchen, hoher Blutdruck und Übergewicht im mittleren Lebensalter, niedriges Bildungsniveau, Diabetes und Depression. Sie sprechen sich dafür aus, Diabetes und Depression wirkungsvoll und konsequent zu behandeln. Auch sollten Menschen Sport treiben, das Gewicht normalisieren und nicht rauchen.

 

In einer finnischen Studie nahmen über 1200 Senioren teil, die bereits einer leichten Gedächtnisschwäche litten. Die Teilnehmer erhielten eine fettarme und ballaststoffreiche Kost mit reichlich Obst und Gemüse. Übergewichtige Teilnehmer reduzierten ihr Gewicht. Außerdem erhielten die Teilnehmer ein eigens für sie entwickeltes Bewegungsprogramm mit Kraft- und Ausdauertraining. Sowie ein Training der Hirnleistung, das sie zuhause am Computer durchführten. In der Testung ihrer geistigen Leistung konnten sich die Teilnehmer damit um insgesamt 25% verbessern, in Teilergebnissen sogar bis zu 150%. Die Forscher gehen davon aus, dass mit diesem Vorgehen die Demenz um Jahre verzögert werden kann.

 

Dr. Harald Krauß, Chefarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Marien Hospital Hombruch

Wer sich gesund ernährt und sich außerdem geistig fit hält, erkrankt eher nicht oder später an Demenz.
Wer sich gesund ernährt und sich außerdem geistig fit hält, erkrankt eher nicht oder später an Demenz.

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