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Frauenbeschwerden im Klimakterium

Es trifft die Frauen mitten im Leben: Der Menstruationszyklus gerät aus dem Lot, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungstiefs bringen die Frauen um ihr Wohlbefinden. Dass die Fruchtbarkeit irgendwann schwinden würde, wissen alle. Aber dieser Prozess ist untrennbar mit dem Altern und der Sorge um nachlassende Attraktivität verbunden. „Man kann nie voraussagen, wie eine Frau ihre Wechseljahre erleben wird“, sagt PD Dr. med. Georg Kunz, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am JoHo.


Um die unmittelbaren körperlichen Folgen abzumildern, einigen sich viele Frauen mit ihren Ärzten auf eine Hormonersatztherapie (HRT). Dabei wird die abfallende Hormonkonzentration durch die Gabe künstlicher Hormone über Tablette, Haut-Gels oder Pflaster ergänzt. „Wichtig ist, dass jede Patientin selbst entscheidet, ob sie eine Hormontherapie will oder nicht. Als Arzt habe ich die Aufgabe festzustellen, ob irgendetwas dagegen spricht, und die geeignete Methode herauszufinden“, sagt Dr. Kunz. Er befürwortet, im Bedarfsfall den Start der Hormontherapie nicht zu lange hinauszuzögern. „Die positiven Wirkungen der Therapie sind am deutlichsten, wenn sie nicht erst mit 60 begonnen wird.“


Der Chefarzt rät daher, wenn überhaupt, dann bald nach Beginn der Beschwerden damit zu starten – so sind auch die wenigsten Nebenwirkungen beobachtet worden. „Ich finde es bemerkenswert, dass Frauenärztinnen bei sich selbst häufiger zur Hormontherapie greifen, als sie sie umgekehrt ihren Patientinnen verschreiben.“ Und: „Ja, wenn eine Frau sich wegen ihrer Wechseljahrsbeschwerden sehr unwohl fühlt, dann soll sie damit zum Arzt gehen. Sie muss das nicht klaglos hinnehmen.“ Das gilt auch für tabuisierte Themen: „Scheidentrockenheit ist sehr leicht und lokal behandelbar.“


Individuelle Reaktionen
Wie ausgeprägt die Beschwerden sind, ist abhängig von einem nicht beeinflussbaren körperlichen Faktor: „Bei den Frauen, die gut durch die Hormonumstellung kommen, funktioniert die Umwandlung von männlichen in weibliche Hormone durch das Enzym Aromatase besonders gut.“ Im Fachdeutsch werden Androgene in Estrogene aromatisiert. Der sinkende Hormonpegel wird auf natürliche Weise aufgefangen – „… wie gut oder schlecht, ist Veranlagung.“
Auf der Suche nach Alternativen


Alternativ können Frauen auf Präparate mit Phytohormonen setzen. Das sind pflanzeigene Botenstoffe, die Wachs- und Blühzyklen steuern. Sie übernehmen damit bei der Pflanze ähnliche Aufgaben wie menschliche Hormone bei uns im Körper. Die Langzeitfolgen dieser Therapie sind allerdings noch nicht endgültig untersucht, erklärt Chefarzt Dr. Georg Kunz.

Die Hormonersatztherapie (HRT)…
hat Befürworter und Gegner. Die Befürworter stellen die Linderung von Schlafstörungen, nervöser Unruhe, Hitzewallungen und Haarausfall heraus und den Erhalt des sexuellen Interesses. Die HRT soll Herz und Gefäße schützen und dem altersbedingten Knochenabbau (Osteoporose) entgegenwirken. Auch Depressionen und Altersdemenz scheinen nach der HRT weniger stark aufzutreten.

Was kann man tun?
„Einige Beschwerden lassen sich durch achtsame Lebensführung lindern“, sagt Susanne Nierhoff, Leiterin der CURAvita am St. Elisabeth-Krankenhaus in Dortmund-Kurl: „Vitalstoffreiche Ernährung, kein Alkohol, viel Bewegung, besonders an der frischen Luft.“ CURAvita bietet unter anderem Nordic Walking an: „Hier wirken nicht nur die Bewegung an sich, sondern auch das Licht und der Wetterreiz stimmungsaufhellend. Die Durchblutung wird gefördert und überschüssige Kalorien verbrannt.“ Die Beschwerden lassen sich so mildern.

Wann beginnen die Wechseljahre und wie lange dauern sie?
Zwischen 40 und 50 Jahren beginnt schleichend die hormonelle Umstellung. Der von Geburt an mitgegebene Vorrat an unreifen Eizellen ist aufgebraucht. Das Signal an die Eierstöcke, eine Eizelle reifen zu lassen, kann nicht mehr befolgt werden. Die letzte Periode (Menopause) erleben die meisten Frauen mit 50 bis 52 Jahren. Dass es die Menopause war, kann man nur im Nachhinein sagen.

Heiße Blitze
(engl.: Hot flash, franz.: Flash chaud, it.: Flash caldo, esp.: flash caliente)
Zu den häufigsten Beschwerden gehören Hitzewallungen, die in den meisten europäischen Sprachen „Heißer Blitz“ genannt werden. Und so ist es auch: Ohne Vorwarnung laufen Wärmewellen über Oberkörper, Hals und Gesicht, die Frauen beginnen zu schwitzen. Nach ein paar Minuten ist die Aufregung, die zumeist von Herzklopfen begleitet wird, wieder vorbei. Problematisch ist, dass die Hitzewallungen nachts den Schlaf unterbrechen. Auch tagsüber stört die Hitzeattacke – wer kann schon mal eben duschen am Arbeitsplatz. Auf die Hitze folgt das Frösteln. Der ungeliebte Ablauf kann sich viele Male am Tag wiederholen.

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