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Gute Freundschaften haben Seltenheitswert

Loyalität und Vertrauen  - das sind die Attribute, die einen guten Freund auszeichnen.  Er ist jemand, dem man absolut vertrauen kann, dem man alles erzählen kann und mit dem man auch über Ängste, Schwächen und peinliche Situationen reden kann. Ist man in einer Krise oder braucht Unterstützung – die Freunde, die übrigbleiben, sind die einzig richtigen Freunde.

 

Laut Forschern scheitern 50 Prozent aller Freundschaften in den ersten sieben Jahren. Die Freundschaften, die auseinandergehen, sind vor allem Durchschnitts-Freundschaften. Daneben gibt es Herzens-Freundschaften, die oft ein Leben lang halten. Wer möchte, dass eine Freundschaft ewig währt, sollte diese Beziehung pflegen: zum Beispiel indem man stets Interesse dem anderen gegenüber zeigt, indem man spürt, wie es dem anderen geht, indem man da ist. Der Wert der Freundschaft sollte immer geschätzt werden. Denn: Wahre Freundschaften haben Seltenheitswert, im Durchschnitt hat jeder Mensch drei wirklich gute Freunde.

 

An einem für viele nicht alltäglichen Ort haben sich Erika Schütz (60) und Doris Brandt (70) getroffen. Die beiden Freundinnen eint ein Schicksal: Ihre Nieren funktionieren so schlecht, dass sie auf die Dialyse angewiesen sind.

 

Erika Schütz und Doris Brandt kennen sich seit rund zehn Jahren. Sie treffen sich regelmäßig mehrmals die Woche im St.-Johannes-Hospital, wo sie ihre Dialyse erhalten.

 

Mehr als vier Stunden verbringen die beiden jedes Mal zusammen mit weiteren nierenkranken Patienten Bett an Bett auf der Station im Erdgeschoss des Bettenhauses. Sie fühlen sich wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die von den Ärzten und dem Pflegepersonal aufmerksam umsorgt wird. Dass sie sich hier trotz ihrer Erkrankung wohl fühlen, hat auch damit zu tun, dass sie über die Blutwäsche hinaus bei gesundheitlichen Problemen jederzeit einen Ansprechpartner finden, der sich um sie kümmert.

 

Man kann mit der Dialyse leben, wenn man die Krankheit akzeptiert und sein Leben darauf abstimmt. Darin sind sich die beiden langjährigen Patientinnen einig. Natürlich müssen sie viel Zeit opfern und Maschinen die Entsorgungsarbeit verrichten lassen, die bei gesunden Menschen so ganz nebenbei von den Nieren erledigt wird. Und die Dialyse kostet Kraft. Nach der Behandlung, berichtet Erika Schütz, sei sie etwas müde und schlapp. Sie esse dann erst einmal und lege sich eine Stunde hin. Aber danach gehe es ihr wieder so gut, dass sie „Bäume ausreißen könnte“.

 

Abgesehen von dem Zeitaufwand sowie diätetischen Einschränkungen beim Essen und bei der Flüssigkeitszufuhr können Dialyse-Patienten ein weitgehend normales Leben führen, bestätigt der Nephrologe Dr. Hans-Joachim Schneider. Viele können einer Teilzeitarbeit nachgehen und die Familie versorgen. Auch ein Urlaub ist kein Problem, wenn er gut organisiert ist. Am Ferienort muss nur eine Dialyse-Einrichtung in erreichbarer Nähe sein und regelmäßig aufgesucht werden.

 

Doris Brandt hat trotz Nierenerkrankung und Dialyse das Rentenalter längst erreicht. Ein Spenderorgan wird sie nicht mehr erhalten, sie hat sich freiwillig von der Liste nehmen lassen. Die Debatte und die Darstellung um den Missbrauch von Spenderorganen hält sie für katastrophal. Auch für Erika Schütz ist die Transplantation zurzeit kein vordringliches Anliegen. Dennoch appellieren beide zu größerer Spendenbereitschaft, um möglich vielen Menschen die Dialyse zu ersparen und ein normales Leben zu ermöglichen.

Wer möchte, dass Freundschaften ewig halten, muss sie intensiv pflegen. Foto: fotolia

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