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Gute Vorsätze für’s neue Jahr

Liebe Leserinnen und Leser,

Kürzlich hörte ich: „Das neue Jahr ist so voll von guten Vorsätzen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Dann bleibe doch auf dem Sofa sitzen.“ Kennen Sie das? Bei einigen bleiben die Vorsätze Lippenbekenntnisse. Andere fangen voller Elan an und geben aber nach kurzer Zeit wieder auf. Was können wir gegen die Macht der Gewohnheit tun und den inneren Schweinehund überwinden?


Zunächst sollten wir uns nur etwas vornehmen, von dem wir eine möglichst genaue Vorstellung haben, wie wir dies auch im Alltag umsetzen können. Ganz konkret, was bedeutet mein Plan für meinen Alltag? Stehe ich wirklich dahinter? Was kann meinen Vorsatz behindern oder gar durchkreuzen? Wir sollten sorgfältig planen. Das Ziel sollte realistisch sein. Ob Sport oder Ernährung, von „null auf hundert“ funktioniert nicht. Ich muss mich fragen, was kann ich wirklich schaffen. Anstatt an zu hohen Zielen immer wieder zu scheitern, sollten Ziele gut erreichbar sein. So kann ich sie eher übererfüllen und freue mich. Erfolgreicher als feste sind flexible Ziele. Unser Befinden und unsere Fähigkeit neue Ziele zu verfolgen ändert sich. Manchmal klappt es gut, an anderen Tagen wieder nicht. Daher ist es sinnvoller sich vorzunehmen: „Ich möchte in der Woche nur noch fünf Stückchen Schokolade essen“, als „ich esse nie mehr Schokolade“. Oder wenn am Jogging-Tag mieses Wetter herrscht, auf das Schwimmbad ausweichen.


Wichtig ist auch die Belohnung! Jedes Mal wenn ich es geschafft habe, sollte ich mich belohnen. Das muss nichts Großes sein. Eher ein kleiner, aber bewusster Alltagsgenuss. Es sollte allerdings die passende Belohnung sein, das weniger an Schokolade nicht mit Fast Food belohnen, sondern eher mit einem genussvollen Spaziergang oder mit einer anderen kleine Freude, die ich genießen kann. Mein Vorhaben sollte ich durchaus ernst nehmen. „Mal sehen…“ oder „ich probier‘s mal“ beinhaltet schon das Scheitern. Ganz ohne Willenskraft geht es nicht. „Ich mache das jetzt!“ ist erfolgsversprechender. Auch Freunde und Familie kann man schon im Vorfeld um Unterstützung bitten, wenn es schwierig werden sollte. Wenn es Probleme gibt, bitte nicht aufgeben, sondern überlegen, wie diese zu meistern sind. Vielleicht war das Ziel auch zu ehrgeizig und ein geringeres Ziel ist besser zu erreichen. Viele setzen sich auch eine Zeit fest. Sie setzen den Vorsatz erst einmal einen Monat oder ein halbes Jahr lang um. Dann kann man schauen, wie es geklappt hat und kennt die Probleme. Weiß aber auch, dass es geht.

 

Dr. Harald Krauß

Chefarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Marien Hospital Hombruch

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