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„Ich habe Rücken“: Laut Physiotherapeut muss das nicht sein

Das Team der Physiotherapie weiß, wie Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen.

Rückenschmerzen plagen beinahe jeden einmal. So sprach Hape Kerkeling einer ganzen Nation aus der Seele, als er seine Kunstfigur Horst Schlämmer die berühmten drei Worte sagen ließ: "Ich habe Rücken". Solange der Schmerz von allein wieder vergeht, sind Rückenschmerzen nicht weiter schlimm. Allerdings können sich solche Probleme "festbeißen" und chronisch werden - der Leidensdruck ist dann enorm. Betroffen sind Menschen jeden Alters.

 

„Rückenschmerzen, die nach drei Tagen wieder verschwinden, sind in der Regel nicht das Thema“, sagt Michael Hoffmann, stellvertretender Leiter der Physiotherapie am St.-Johannes-Hospital Dortmund. Manifestieren sich die Schmerzen oder strahlen auf umliegende Gewebe aus, ist der Gang zum Experten nötig. Hoffmann rät Betroffenen, sich dann in jedem Fall eine Heilmittelverordnung beim Hausarzt oder Orthopäden zu besorgen, um sich dann beim Physiotherapeuten in Behandlung zu geben. Bringt die physiotherapeutische Behandlung nicht den gewünschten Erfolg, macht es laut Hoffmann Sinn, sich einer multimodalen Schmerztherapie zu unterziehen. Hierbei können sich Schmerztherapeut, Physiotherapeut und Psychologe gleichermaßen um den Patienten kümmern. Steht man dann im Falle einer erfolglosen Therapie vor der OP-Frage, ist es ganz wichtig, zwei bis drei unterschiedliche Mediziner zu konsultieren und nach ihrer Meinung zu fragen.

 

In der Regel muss es aber gar nicht so weit kommen. „Im Alltag ist es entscheidend, sich eine ausgleichende Bewegungsform zur Arbeit zu suchen“, rät Hoffmann. So entstehen erst gar keine Rückenschmerzen beziehungsweise so verschwinden sie dann auch ganz schnell wieder.

 

Menschen, die am Schreibtisch arbeiten, sollen laut Hoffmann auf Ergometrie am Arbeitsplatz achten. Das bedeutet, dass die Arme in entspannter Haltung auf dem Schreibtisch liegen, sich das Hüftgelenk über dem Knie und die Sicht auf den Computerbildschirm gerade sein sollte. „Der menschliche Körper ist nicht für einseitige Bewegungen geschaffen“, sagt der Physiotherapeut. Sind einige Muskelpartien unter- und die anderen überfordert, kann es ganz schnell zu funktionellen Störungen und damit zu Schmerzen kommen.

 

Wichtig ist ausreichend Bewegung, die die Rückenmuskulatur nachhaltig stark macht. Hoffmann empfiehlt eine Kombination, die dem Herz-Kreislaufsystem und der Muskulatur guttut. Das kann zum Beispiel eine Mischung aus Nordic Walking und Pilates oder eine aus Spinning und Gewichte heben sein, wobei die Gewichte nicht mehr als zwei Kilogramm wiegen sollten. „Empfehlenswert ist es, diese Trainingsreize zwei bis drei Mal wöchentlich zu setzen. Nur dann können Veränderungen im Gewebe erreicht werden“, sagt Hoffmann. Insgesamt gelte aber die Regel, dass fünf bis zehn Minuten tägliches Training besser ist als einmal pro Woche eine Stunde. „Es ist wichtig, dass ich mir eine Sportart aussuche, die mir wirklich Spaß macht. Nur dann bleibe ich auf Dauer am Ball.“

 

Schmerzt der Nacken dann doch mal, gibt es Methoden, die schnell helfen: Schultern kreisen, Kopfbewegungen nach links und rechts ­– „das kann eine Menge ausmachen, so verrückt das klingt“. Falls die Schmerzen dann immer noch da sind, können sich die Betroffenen zusätzlich ein warmes Körnerkissen auf die Partie legen.

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