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05. April: Tag der älteren Generationen

In unserem Jo.Do, der Zeitschrift, die dreimal im Jahr mit den Ruhr Nachrichten erscheint, haben wir die Rubrik: sen Jo.Do – Senioren erzählen. Dort berichten Bewohnerinnen und Bewohner aus unseren Altenheimen aus ihrem Leben. Viele haben in ihrer Vergangenheit außergewöhnliche und spannende Dinge erlebt, die sie mit den Lesern teilen möchten.

 

In der neuesten Ausgabe: „Wir waren Weltreisende“

Viele träumen davon. Therese Riemer hat es gemeinsam mit ihrem Ehemann gemacht: Sie sind um die Welt gereist. Auf alle fünf Kontinente. In unzählige Länder. Zahllose Städte. Fotos, Orte, Daten, Routen und Erlebnisse sind in bunten, beschrifteten Alben und Ringbüchern archiviert. Die lebendigsten Erinnerungen sind in ihrem Gedächtnis.

Wenn Therese Riemer von den Reisen um den Globus erzählt, strahlt sie. Die 91-jährige denkt kurz nach. Erinnert sich. Lächelt. Vermutlich lässt sie die Erlebnisse vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen. In ihren Gedanken befindet sie sich dann wohl an der Seite ihres Mannes in der weiten Steppe Afrikas, im überwältigenden Regenwald im Amazonas oder im Trubel auf einem Markt in Indien. Wenn sie sich an etwas nicht mehr erinnern sollte, schaut sie einfach in einem der liebevoll geführten Ringbücher nach. Dort ist jede Reise mit Datum, Ort, Besichtigungen und persönlichen Anmerkungen beschrieben. „Mit allen Sinnen genossen“ steht da zum Beispiel. Oder: „wieder richtig happy“. „Mein Mann hat während der Reisen stenografiert und zuhause alles aufgeschrieben“, erzählt sie. Ein schöner Ausgleich zum häufig anstrengenden Job. Paul Riemer arbeitete als Chefsekretär bei der Versuchsgrube Tremonia in der Dortmunder Innenstadt.

 

Zuhause bescheiden gelebt

Auch wenn das Ehepaar es weit in die Welt hinauszog, liebte es daheim die kurzen Wege. Fußläufig von der Arbeitsstätte des Mannes lebten die beiden in einer Mietwohnung. Therese Riemer arbeitete als Krankenschwester. „Dieses Jahr wären wir 60 Jahre verheiratet“, erzählt sie, blickt traurig und fährt fort: „Paul ist hier vor drei Jahren gestorben. Wir haben uns immer gut verstanden.“ Als ihr Gatte krank wurde, ist das Paar ins Christinenstift gezogen. Seitdem lebt Therese Riemer in dem schön eingerichteten Zimmer mit all den Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Darüber redet sie sowieso viel lieber. Vor allem über die Urlaube: „Ich habe immer aus der Stadt Prospekte mitgebracht. Über unser nächstes Reiseziel sind wir uns schnell einig geworden.“ Jedes Jahr unternahm das Ehepaar eine mehrwöchige Fernreise und kürzere Europatrips. Das seit 1957. Kennenglernt haben sie sich in Dortmund. „Da kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Das ist so lange her“, gibt Therese Riemer zu.

 

Gefragte Urlaubstipps

Auch von ihrer Kindheit in St. Annaberg in Oberschlesien erzählt sie wenig. Von dort flüchtete sie mit ihren Eltern und vier Geschwistern über Sachsen, Thüringen, Osnabrück und Münster nach Dortmund. Das war Mitte der 1950er Jahre. Kurz darauf lernte sie Paul kennen. Sie heirateten schnell. Wenn die beiden nicht unterwegs waren, bereiteten sie ihre nächste Reise vor. „Meine Schwester sagt immer, wo wollt Ihr denn jetzt schon wieder hin?“ Andere Länder und Sitten entdecken, das war ihr Lebensinhalt. Heute gibt sie Mitarbeitern im Christinenstift gefragte Tipps, wenn es um Urlaubsplanung geht. Dann ist Therese in Gedanken mit unterwegs: „Wir waren Weltreisende.“

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