Startseite > Meldungen (Details)

Meldungen - Übersicht

Krebspatienten unternehmen Radtour

Zum dritten Mal in Folge fand das Projekt „Radwandern bei Krebs" des Johannes-Hospitales in Kooperation mit der Gelderland-Klinik unter der Leitung von Ursula Weber, Psycho-Onkologin am Brustzentrum des Johanneshospitales und Fr. Susanne Grohmann, leitende Psychologin an der Gelderlandklinik, statt.

 

12 Teilnehmerinnen aus den Regionen Dortmund, Essen und Niederrhein hatten sich binnen weniger Wochen angemeldet. Nachdem im letzten Jahr die Tour am Niederrhein entlang ging und 2014 der Ruhrtalradweg erfahren wurde, stand dieses Jahr die Route von Paderborn/Bad Lippspringe bis Wesel (ca. 260 km) an. Vortreffen zum Kennenlernen, zum Informationsaustausch bzgl. der Route und auch allem eine Packliste dienten als Vorbereitung, Training vorab wurde ebenfalls empfohlen.

 

Am Montag, 23. Mai, ging es ab Bahnhof Paderborn – bei strömendem Regen – los. „Es brauchte erst mal etwas Zeit, sich mit insgesamt 14 Radlerinnen durch die Stadt zu kämpfen", berichtet Psychoonkologin Ursula Weber.

 

Das erste Ziel war die Lippe-Quelle in Bad Lippspringe. Ab der Quelle folgte die Gruppe dann der Römer-Lippe-Route, einer wunderschönen Radroute, die seit Frühjahr 2013 besteht und von Ostwestfalen, nördlich durch das Ruhrgebiet bis zur Lippe-Mündung in Wesel führt.

 

Für einige Teilnehmerinnen war es die erste Radwanderung und eine neue Erfahrung, sich mit dem Gepäck in den Satteltaschen auf den Weg zu machen. Mehrere Teilnehmerinnen kamen unmittelbar aus der onkologischen Reha, sodass die Krankheit noch nicht lange hinter ihnen lag. Wiederum andere befanden sich noch in aktueller Behandlung oder auch in metastasierter Situation. „Manchmal kann man dem Leben ja nicht mehr Zeit geben, aber der Zeit mehr Leben, sprich mehr Lebensqualität", sagt Grohmann. Dafür ist es hilfreich, sich mit anderen, ähnlich Betroffenen auf den Weg zu machen, Erfahrungen zu teilen, miteinander zu reden, zu lachen, sich manchen Berg und Hügel hochzuarbeiten und sich an der wunderschönen Natur der Lippe-Auen zu erfreuen. Eine Handfähre an der Kette selbst über die Lippe zu ziehen, einen Hindu-Tempel in Hamm am Wegesrand zu besichtigen, zahlreiche Störche zu beobachten und sich von dem Weg leiten zu lassen in einem maßvollen Tempo von 13km/h, ermöglicht ein Gefühl von Verbundenheit und intensivem Erleben. Bis auf eine Reifenpanne bewältigten die Teilnehmerinnen die Etappen, die im Schnitt zwischen 45 und 65 Kilometer lagen, ohne Probleme. Am fünften Tag erreichten sie bei schönstem Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad dann die Lippemündung bei Wesel: „Das war eines der schönsten Gefühle: gemeinsam einen Weg gemeistert zu haben und anzukommen, Stolz und Freude zu teilen", so die Psychoonkologin Ursula Weber.

Beeindruckt von der Fitness der Teilnehmerinnen zeigte sich auf PD Dr. med. Georg Kunz, Chefarzt der Gynäkologie am JoHo. Er begleitete die Frauen einen Tag lang auf dem Rad.

„Neben diesen guten Erfahrungen des Miteinanders ist aber auch der Sport eines der wesentlichen Faktoren zur Unterstützung bei der Behandlung von Krebserkrankungen unabhängig von der Tumorart und dem Stadium der Erkrankung", sagt Weber. Zahlreiche Untersuchungen der Deutschen Sport- Hochschule Köln belegen die positiven Effekte, gerade bei maßvollem Ausdauertraining, wie beim Radeln. Ängste und depressive Verstimmungen lassen sich durch Sport messbar reduzieren. „Einen signifikanten Effekt der Angstreduktion und Verbesserung der Lebensqualität konnten wir bereits auch in unserer eigenen Studie der vergangenen Jahre, die wir begleitend in Rahmen des Projektes durchführen, nachweisen", berichten Weber und Grohmann. Sicherlich war es nicht die letzte Radwander-Tour für Krebsbetroffene. Ideen für 2017 gibt es auch schon und einige Teilnehmerinnen haben bereits wieder Ihre Lust auf eine neue Tour bekundet.

Die Gruppe hatte sehr viel spaß bei der mehrtägigen Radtour.
Die Gruppe hatte sehr viel spaß bei der mehrtägigen Radtour.

Zurück