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OP-Springer: Herz und Seele im OP

"Der Springer nimmt den Patienten an der OP-Schleuse in Empfang", sagt Andrea Pretzlik, die gerade ihre praktische Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin am St.-Johannes-Hospital in Dortmund absolviert. "Zuvor hat er bereits dafür gesorgt, dass alles für den bevorstehenden Eingriff bereit steht. Er hat die erforderlichen Instrumente und Materialien sowie die benötigten mobilen Untersuchungs- und Therapieeinheiten in den Operationssaal geschafft, die Sterilität der Instrumente und des Verbrauchsmaterials sowie die Geräte auf Funktionstüchtigkeit überprüft. Anschließend ist er gemeinsam mit dem Operateur für die Lagerung des Patienten zuständig. Bei Bedarf legt er einen Blasenkatheter und rasiert den Eingriffsort."

 

Im Operationsteam unterstützt der Springer die behandelnden Ärzte und die Mitarbeiter, die während des Eingriffs auf Zuruf Instrumente anreichen. Dabei muss sie oder er ein Gespür dafür entwickeln, wann wer was verwendet. Wird gleich ein Einmalartikel benötigt, der noch ausgepackt werden muss? Ist das Licht im Raum richtig eingestellt? Sind die Monitore gut ausgerichtet? Sind die Geräte betriebs- und griffbereit? Der Springer muss alle Abläufe kennen, damit er stets zur rechten Zeit vorausschauend agieren kann. Auch soziale Kompetenz, Team- und Kommunikationsfähigkeiten werden von ihm erwartet. Er ist für den reibungslosen Ablauf verantwortlich, hilft immer, wenn es irgendwo klemmt und sorgt für stressfreies Arbeiten.

 

Operative Eingriffe sind gut durchorganisiert. Es gibt Ablaufstandards und Sicherheitsmaßnahmen. Der gesamte Verlauf wird dokumentiert. Der Springer übernimmt einen großen Teil der Verantwortung für diese Aufgaben, indem er die Patientenidentität sicherstellt und auf die korrekte Kennzeichnung des Operationsgebiets achtet, alle Handgriffe protokolliert und am Ende der Operation vor dem Wundverschluss gemeinsam mit dem Instrumentierenden die Zählkontrolle durchführt. Vor, während und nach dem Eingriff überwacht er zusammen mit der instrumentierenden Kraft die Einhaltung der Hygienestandards.

 

Der Springer ist also, wie sein Name besagt, viel unterwegs: Er holt den Patienten, besorgt unter der Operation fehlende Dinge, bringt Gewebeproben auf den Weg zum Pathologen, kümmert sich um das Wohlbefinden der Teammitglieder und sorgt für die Bereitstellung und die Bereitschaft von Geräten sowie die Klimatisierung und Beleuchtung des Operationssaals. Er ist die Seele im OP-Team, die auch in Stresssituationen für eine entspannte Stimmung sorgt. "Die Technisierung im OP hat ständig zugenommen", sagt Michaele Muntschick von der Pflegeleitung im Zentral-OP am St. Marien-Hospital in Hamm. "Wenn der Springer vor 30 Jahren nur fünf Geräte bedienen können musste, sind es heute über 20. Dazu gehören die Dokumentation per EDV, verschiedene Röntgengeräte, Kontrastmittelpumpen, Blutsperregeräte, Neuromonitoring, Hochfrequenz-Chirurgie-Geräte, verschiedene OP-Tischsysteme, Videoeinheiten zur Endoskopie, diverse Antriebsmaschinen, Toul-Tische und vieles mehr. Das erfordert technisches Know-how und Verständnis. Darüber hinaus muss der OP-Springer Lagerungstechniken beherrschen und die Standardabläufe aller im Krankenhaus durchgeführten Eingriffe aus dem Effeff kennen.

 

Ausbildung

Sowohl das St. Marien-Hospital in Hamm als auch das St.-Johannes-Hospital in Dortmund legen Wert darauf, ihre Springer im Rahmen der Ausbildung zur OP-Fachpflegekraft beziehungsweise zum Operationstechnischen Assistenten selbst in die Praxis einzuführen. Es gibt Mentorenkonzepte, die die Auszubildenden in allen schwierigen Situationen begleiten und zwischen Schule und praktischer Umsetzung vermitteln. Für Andrea Pretzlik ist es ein toller Beruf, der Vielseitigkeit mit Verantwortung verbindet. Sie empfiehlt interessierten Schulabgängern (ab 18 Jahre), sich für ein Praktikum im OP zu bewerben

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