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Augenklinik im Comboni Center Ghana

Ärzte aus dem JoHo fliegen am 19. Februar wieder nach Ghana.

 

Sogakope ist eine Kleinstadt im Südosten Ghanas und liegt am Fluss Volta. 40 Kilometer weiter südlich mündet der Volta in den Golf von Guinea und die Hauptstadt Accra liegt etwa 120 Kilometer entfernt. Es gibt in Sogakope nicht viel, Touristen verirren sich nur selten hierhin und die 5000 Einwohner leben zumeist in ärmlichen Verhältnissen. Medizinisch versorgt werden die Kranken des Ortes und des gesamten Umlandes im Comboni Center, welches nun vom St.-Johannes-Hospital unterstützt wird.

Das von dem italienischen Priester Riccardo Novati 1985 gegründete Comboni Hospital verfügt über einen Klinikkomplex verschiedener Fachrichtungen und steht unter der Leitung des Allgemeinmediziners Herrn Dr. Cham. Die Schwerpunkte des Behandlungsspektrums umfassen neben der Allgemeinmedizin, die Kinderheilkunde, die Gynäkologie, die Augen- und Zahnheilkunde. Das Comboni Center wurde im Laufe der Jahre mit maßgeblicher Unterstützung der Comboni Vereinigung, zahlreicher internationaler Spenden und freiwilliger Helfer wie den German Rotary Volunteer Doctors zu einem großen Schulungszentrum mit eigenem Krankenhaus ausgebaut. Heute besteht das Center aus einem Krankenhaus mit 150 Betten, einem Kindergarten, einer Grund- und einer Berufsschule. Hilfe aus Deutschland gibt es nun unter anderem vom JoHo: Dr. Thomas Schilde, Arzt in der Augenklinik am JoHo, konnte Anfang September vier Wochen lang zusammen mit einem Team, bestehend aus dem Techniker Dirk Ebert, seiner Augenarztkollegin Frau Dr. Sofia Fili und der Zahnärztin Frau Lisa Strobel aus einer Unnaer Zahnarztpraxis, ehrenamtlich im Comboni Center Kranke behandeln.

Schon eine Woche vor den Ärzten flog Techniker Dirk Ebert nach Ghana und reparierte und installierte in mühevoller Kleinarbeit die Technik, Verkabelung, Stromversorgung und Elektronik vor Ort. „Er schuf eine wichtige Voraussetzung dafür, dass unsere medizinische Arbeit in den Kliniken beginnen konnte“, sagt Thomas Schilde.

Die Nachricht, dass die Ärzte aus Deutschland kommen, verbreitete sich dank Flugblättern, SMS, sozialen Netzwerken und Rundfunk schnell bei den Einheimischen. So konnte die zahnärztliche Versorgung bereits 8 Stunden nach Ankunft in Afrika beginnen. Fast 300 Patienten wurden in den vier Wochen untersucht und behandelt. Die durch Spenden unterstützte Zahnklinik gilt als das „Vorzeigeobjekt“ des Comboni Centers, in dem sich auch einheimische Ärzte, wie z.B. Dr. Selasie Akpalo, engagieren.

In der Eye Clinic konnte mit etwas Verzögerung ebenfalls gestartet werden. Dort musste der OP, welcher längere Zeit nicht benutzt wurde, neu geordnet, gereinigt und mit neuem Instrumentarium und intraoperativ zu verwendenden Medikamenten aus Deutschland ausgestattet werden. Das relativ erfahrene, jedoch noch nicht eingespielte OP-Team musste instruiert, eingearbeitet und aufeinander abgestimmt werden. „Es gelang uns, zusammen mit meiner geschätzten Arbeits- und Teamkollegin Sofia Fili aus dem JoHo, in dem fast vierwöchigen Hilfseinsatz 731 Augenpatienten zu untersuchen und konservativ zu behandeln. Zudem konnten wir 55 hochgradig Sehbehinderte oder fast erblindete Patienten ohne nennenswerte Komplikationen operativ versorgen und somit zu neuer Sehkraft verhelfen“, resümiert Dr. Schilde. Außerdem wurden die ghanaischen Kollegen weitergebildet, so dass das Projekt nachhaltig Selbsthilfe ermöglicht. Durch einen regen Erfahrungs- und Wissensaustausch, fanden praktische Übungen/Demonstrationen und durch Frau Dr. Fili organisierte und durchgeführte Fortbildungen über den Einfluss systemischer Krankheiten wie z.B. Diabetes mellitus und art. Hypertonie auf die Sehfähigkeit, statt. Nicht nur medizinisches Fachwissen konnte mitgeteilt werden, auch der Technikspezialist Dirk Ebert instruierte das doch recht unerfahrene Elektriker-Team vor Ort und konnte so sein fundiertes Wissen und Erfahrungen weiter geben.

Hauptgeschäftsführer Klaus Bathen konnte sich bei einem viertägigen Besuch im September persönlich ein Bild vom Comboni Center machen. Er kündigte neben der Entsendung von medizinischem Fachpersonal auch auf den Gebieten Infrastruktur und Management eine intensive Zusammenarbeit an. Insbesondere die Wasserversorgung muss verbessert werden, denn das Wasser für das Comboni Center kommt derzeit noch ungefiltert aus dem Fluss Volta. Den organisatorischen Rahmen soll ein noch zu gründender Förderverein bilden.

Für Spenden steht unter dem Stichwort "Ghana" das Konto der Sparkasse Dortmund zur Verfügung:
IBAN DE34 4405 0199 0001 0460 47
BIC DORTDE33

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