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Raus gehen und sich bewegen

Sonnenstrahlen, die durchs grüne Blattwerk dringen. Vogelgezwitscher. Der Geruch feuchter Erde nach dem Regen. In der Natur können wir ausspannen, uns frei bewegen, die Gedanken schweifen lassen. „Besonders für Patienten ist der Bezug zur Natur wichtig“, sagt Dr. Harald Krauß, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Marien Hospital Dortmund. Aus diesem Grund sind dort Aufenthalte und Sportprogramme an der frischen Luft Teil des Therapieangebots.

Am Strand spazieren gehen, durch Wälder wandern oder unter Sternen campen – für viele Menschen ist die Natur ein Ort der Entspannung. Draußen im Grünen können die Akkus wieder aufgeladen und der Alltag kurzzeitig hinter sich gelassen werden. Rund 6,6 Millionen Deutsche tauschen in ihrer Freizeit ihr Schuhwerk regelmäßig gegen Wanderstiefel. Jeder Dritte hat Spaß am Urlaub mit Zelt, Caravan oder Wohnmobil, so das Ergebnis einer  aktuellen Studie. Doch woran liegt es, dass wir uns draußen so wohl fühlen? Das Gefühl haben, dort einmal richtig durchatmen und den Alltagsstress hinter uns lassen zu können? Ganz eindeutig lässt sich die Frage nicht beantworten, so Chefarzt Dr. Harald Krauß. Hierzu gibt es zwar einige Hypothesen, diese gelten jedoch nicht als wissenschaftlich bewiesen. Dass die Natur aber einen positiven Einfluss auf Körper und Geist hat, ist unumstritten. „Der Effekt lässt sich an der Herzfrequenz messen, der Cortisol- und Adrenalinpegel ist weniger hoch“, erklärt Dr. Krauß. Es werden nachweislich geringere Mengen Stresshormone ausgeschüttet, Blutdruck und Pulsschlag sinken. „Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthaltes Zugang zu einem Garten haben oder ins Grüne blicken können, sind allgemein weniger erregt und dadurch schmerzunempfindlicher“, sagt er. Eine Erklärung für den positiven Effekt der Natur könnte sein, dass wir im Alltag einer ständigen Reizüberflutung ausgesetzt sind, und uns somit oft mental erschöpft fühlen. „Zu wenig Reize sind jedoch auch nicht gut“, hält Dr. Krauß entgegen. „Befinden wir uns in einem leeren Raum mit kahlen Wänden, fühlen wir uns unwohl, isoliert.“ Dass die Natur uns eine gesunde Vielfalt an Reizen bietet, ist daher eine der Theorien, um ihren positiven Einfluss auf uns zu erklären. Draußen sind wir zudem motivierter, uns zu bewegen, spazieren zu gehen oder Sport zu treiben. Natur und Bewegung begünstigen sich dabei gegenseitig. „Aus diesem Grund werden am Marien Hospital regelmäßig Walking- und Jogginggruppen in der Natur angeboten und unser Frühsport findet draußen statt“, sagt Dr. Krauß.

 

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