Startseite > Meldungen (Details)

Meldungen - Übersicht

Selbsthilfegruppe Multiples Myelom tagte im JoHo

Am 10. Juni fand im St.-Johannes-Hospital das 37. Patienten- und Angehörigen-Seminar und die Mitgliederversammlung in Kooperation mit der AMM-Online statt. Das Seminar richtete sich an Betroffene mit Multiplem Myelom oder Plasmazytom.

 

Nur dann, wenn man sie mit den viel häufigeren Krebserkrankungen der Brust, der Prostata, der Lunge oder des Dickdarms vergleicht, kann man sagen, dass das Multiple Myelom (früher „Plasmozytom“) eine seltene Krebserkrankung ist. Es handelt sich aber um eine Erkrankung des Blutes, und für Ärzte, die sich mit Bluterkrankungen beschäftigen (Hämatologen), gehört sie mit fast 6000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland zu den häufigeren Erkrankungen des Blutes. Bei dieser Erkrankung vermehren sich sogenannte Plasmazellen – auf die Immunabwehr spezialisierte Zellen im Knochenmark und machen oft sehr unspezifische Symptome:

  • Die Vermehrung der Zellen im Knochenmark kann zu Knochenschmerzen und Knochen-Auflösungen führen, die wiederum Knochenbrüche begünstigen. Die Schmerzen können aber auch ohne Knochenbrüche schon Ausdruck dieser Erkrankung sein.
  • Die gesunde Blutbildung wird verdrängt und eine Blutarmut (Anämie) entsteht.
  • Plasmazellen produzieren Eiweiße, die den Körper regelrecht überschwemmen können. Dies kann den Blutfluss stören oder die Nieren, den Magen-Darm-Trakt, das Herz und viele andere Organe in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Es gibt natürlich auch andere Ursachen für Knochen-/Rückenscherzen, Blutarmut oder Störungen von Niere und anderen Organen. Das führt dazu, dass das Multiple Myelom oft erst sehr spät diagnostiziert wird und schon ausgeprägte Schädigungen vorliegen, wenn die Diagnose gestellt wird.

Dabei kann man die Erkrankung heute sehr recht einfach feststellen (Urintests) und gut behandeln. Das Multiple Myelom gehört schon seit vielen Jahren zu den „chronischen Krebserkrankungen“, die auch unter Behandlung ein qualitätsvolles Leben über viele Jahren ermöglichen. Zudem gibt es Verlaufsformen, die man zunächst über viele Jahre nur beobachten und kontrollieren muss.

In den letzten Jahren wurden viele neue Therapiemöglichkeiten für diese Erkrankung erforscht und in die Klinik gebracht. Die erste nach der klassischen Chemotherapie war die Blutstammzelltransplantation. Bis heute folgen viele neue Substanzen; allein im Jahr 2016 wurden 4 vollständig neuartig wirkende Medikamente für diese Erkrankung zugelassen. Man kann Hinweise auf Erkrankungen der Plasmazellen finden, indem man Eiweißuntersuchungen im Blut und gelegentlich auch im Urin von Patienten durchführt. Wenn der Verdacht sich erhärtet, erfolgt eine Untersuchung des Knochenmarks durch einen Blutspezialisten (Hämatologen).

 

Mit über 100 Teilnehmern war es eine informative und gelungene Veranstaltung im Panorama-Café, unterstützt durch den Chefarzt der Inneren Klinik II, PD. Dr. Ralf Georg Meyer.

Zum Programm gehörten Vorträge von Hans Peter Gerhards (Vorstandsmitglied der DLH und Gruppenleiter der SHG Lymphom- und Leukämiekranker) und Univ. Prof. Dr. med. Hermann Einsele, Direktor der Med. Klinik und Poliklinik II am Universitätsklinikum Würzburg.

 

Auf dem Foto zu sehen sind, v.l.:
PD Dr. med. Ralf G. Meyer, Chefarzt Klinik für Innere Medizin II, St.-Johannes-Hospital
Prof Dr. med. Hermann Einsele, Direktor der Med. Klinik und Poliklinik II Universitätsklinikum Würzburg
Lisa Kotschi, Vorsitzende der SHG AMM-Online
Klaus-Werner Mahlfeld, Vorsitzender der SHG NRW e.V.
Dieter Reinarz, Schriftführer der SHG NRW e.V.
Hans Josef van Lier, Stellvertretender Vorsitzender der SHG NRW e.V.
Armin Herzig Schatzmeister der SHG NRW e.V.

Zurück