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Wodurch werden wir glücklich?

Laut Pfarrer Müller ist es ganz wichtig, sich Momente des Glücks im Alltag zu bewahren. Foto: Fotolia
Laut Pfarrer Müller ist es ganz wichtig, sich Momente des Glücks im Alltag zu bewahren. Foto: Fotolia

Anlässlich des Tages des Glücks am 20. März macht sich Pfarrer Thomas Müller vom St.-Johannes-Hospital Gedanken über Wege zum inneren Glück. „Der Weg zum Glück liegt darin, immer nach Glück zu streben“, sagt Pfarrer Müller. Absolutes Glück gebe es nicht, das entspräche dem Paradies. Aber: „In der Liebe berühren sich Himmel und Erde, und das ist schon ziemlich nah dran am absoluten Glück.“  Lieben könne aber nur derjenige, der sich selbst auch liebe. Bedeutet: Wer sich selbst nicht aussteht, kann das Streben nach Glück an den Nagel hängen.

 

Was Glück letztlich ausmacht, versuchen Geistliche, Philosophen, Soziologen seit jeher zu beantworten. Es waren die großen Denker der Antike, Sokrates, Platon, Epikur, Aristoteles, die als Erste die Existenzfrage aufwarfen. Die Philosophie des Altertums hatte auch einen Begriff für die gelungene Lebensführung, die „Eudaimonie“. Gemeint waren nicht nur Glück und Glückseligkeit, eher war es die Lebensfülle. Erreicht werden kann die Eudaimonie durch ein gut gelebtes Leben.

 

„Ein stabiles Fundament ist für jedes Leben wichtig“, sagt Pfarrer Müller. Dieses bestehe auch vielen kleinen und großen Momenten, die Grundvertrauen in sich selbst und die Liebe zu sich und anderen tragen. Wer sich nicht auf seine Mitmenschen konzentriert, sondern ausschließlich auf materielle und existenzielle Dinge, der könne nicht glücklich sein. Pfarrer Müller erinnert sich an eine hoch betagte Patientin, die sogar im Angesicht des Todes ausschließlich an ihre Besitztümer dachte. „Sie klammerte sich so sehr an ihr Geld, dass sie ihre Hände nicht für ihren Sohn frei hatte.“  Dass sie glücklich gestorben ist, könne er sich nicht vorstellen.

 

Pfarrer Müller weiß, dass das Streben nach Glück oft im Alltag unterzugehen droht. Die Sehnsucht nach Glück müsse aber erhalten bleiben, damit die eigene Grundhaltung eine positive bleibe. Sinnvoll sei es dann, sich auch an stressigen Tagen Oasen zu schaffen. „Das können fünf Minuten in der Sonne oder ein Telefonat mit einem engen Freund sein“, sagt der Geistliche. Alltagsrituale sollte man darüber hinaus nicht als selbstverständlich ansehen, sondern als Geschenk Gottes.

 

„Als Seelsorger ist es schwer zu ertragen, Menschen zu sehen, die ihr Leben oder das, was Glück sein kann, wegwerfen“, sagt Pfarrer Müller. In Momenten wie diesen erinnert er sich an Kranke, die das Leben als Geschenk Gottes begriffen haben, es liebten, sich selbst liebten, andere liebten und sich geliebt wissen. Sie machen auf den Geistlichen einen glücklichen Eindruck, der ihm imponiert.

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