Startseite > Meldungen (Details)

Meldungen - Übersicht

Zum Anti-Diät-Tag: Aus Mops soll kein Windhund werden

Jeder dürfte ihn kennen, den kritischen Blick auf das eigene Spiegelbild. Hier ein Röllchen, dort ein paar Gramm zu viel. Der Schlankheitswahn hat die Deutschen fest im Griff. Das kann fatale Folgen haben, weiß Dr. med. Ludger Frieling, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin II am St.-Johannes Hospital Dortmund.

 

„Wer leichtes Übergewicht hat, kann im Zweifel sogar besser Krankheiten überstehen“, sagt der Mediziner. Der Körper braucht während der Genesung alle Kraftreserven, die ihm zur Verfügung stehen – also auch kleine Fettpölsterchen. „Diejenigen haben in jedem Fall eine bessere Ausgangsbasis.“

 

Wer auf Dauer zum Untergewicht neigt, neigt im Alter eher dazu, an Osteoporose zu erkranken, sagt Dr. med. Ludger Frieling. Doch er warnt auch vor dem Gegenteil: „Übergewicht kann auch viele langfristige Folgen nach sich ziehen.“ Er zählt insbesondere Volkskrankheiten auf, die durch Arteriosklerose entstehen: Schlaganfall, Herzinfarkt.

 

Wer sein Idealgewicht auf Dauer halten möchte, soll dem Mediziner zufolge auf eine gesunde Mischkost setzen und nicht auf oft einseitige Diäten, die oft schwer durchzuhalten sind und fast alle zum sogenannten Jojo-Effekt führen. Das optimale Gewicht ermittelt jeder durch den sogenannten Body Mass Index (BMI). Dieser berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Das medizinisch empfohlene Normalgewicht liegt zwischen einem BMI von 18,5 und 24,9. Wer einen geringeren BMI hat, gilt als untergewichtig, wer einen höheren hat, als übergewichtig. „Demnach haben 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen in Deutschland mindestens leichtes Übergewicht“, beruhigt Dr. med. Ludger Frieling. Außerdem könne und soll nicht aus einem Mops ein Windhund werden. Wichtig sei das gesunde Wohlfühlgewicht.

 

Eine Bitte hat der Mediziner an alle, die aus ungeklärten Gründen Kilos verlieren: „Die Ursache dafür muss abgeklärt werden. Dahinter kann sich eine ernstzunehmende Erkrankung verbergen“, sagt der Mediziner.

Zurück