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Zum Weltkrebstag: Mit Krebs leben

PD Dr. med. Georg Meyer
PD Dr. med. Georg Meyer

Die Medizin hat in den vergangenen Jahren in Sachen Krebs bedeutende Fortschritte gemacht. Diese Fortschritte bieten für einige Patienten Heilungschancen, für andere Patienten Therapien mit weniger Nebenwirkungen und besserer Prognose. Die Behandlungsverfahren werden individuell eingesetzt – angepasst an die Biologie des Tumors und  unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des einzelnen Patienten.

 

“Krebs entwickelt sich für viele Patienten zu einer chronischen Erkrankung, die mit dem Leben und dem Erhalt von Lebensqualität verbunden ist“, sagt PD Dr. med. Ralf Georg Meyer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am St.-Johannes-Hospital Dortmund, anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2016. Heute ist die Lebenserwartung und –qualität für Patienten mit einer Krebserkrankung oft besser als mit einem schweren Herzinfarkt.

 

Was begründet diese Entwicklung? Viele neue Behandlungsmethoden stehen heute für die Tumortherapie zur Verfügung: zielgerichtete Therapien, Immuntherapeutika, Zelltherapien. Für kein anderes Fach in der Medizin wurden in den vergangenen Jahren so viele neue Medikamente zugelassen wie für die Behandlung von Krebserkrankungen, berichtet Dr. Meyer.

 

Diese Fülle neuer Möglichkeiten bedeutet eine große Herausforderung an den Arzt – auch an den Spezialisten. Daher werden Patienten des St.-Johannes-Hospitals mit der Diagnose Krebs zu Beginn und während ihrer Therapie regelmäßig in „Tumorboards“ besprochen. Am St.-Johannes-Hospital nehmen neben den Ärzten verschiedener Fachdisziplinen auch Pflegende, Psychoonkologen, Mitarbeiter der Ernährungsberatung und Apotheker an den Tumorboards teil.  „Diese Interdisziplinarität verschafft uns einen ganzheitlichen Blick auf die Krebserkrankungen und die Lebenssituation des  einzelnen Patienten. Wir stimmen jeden Schritt gemeinsam ab, um zum bestmöglichen Behandlungsergebnis zu kommen“, sagt Dr. Meyer.

 

Darüber hinaus verfolgt die Klinik für Innere Medizin II gemeinsam mit der Apotheke des St.-Johannes-Hospitals in einer Kooperation mit der TU Dortmund und der Fernuniversität Hagen ein Projekt, das helfen soll, neue Therapeutika schneller in die bestehenden Behandlungspfade einzubauen. „Unsere Arbeit soll dem erfahrenen Krebsmediziner helfen, in jeder Situation alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten zu berücksichtigen“, sagt Dr. Meyer.

 

Für einige Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden hat die Behandlung von Symptomen und von psychosozialen Belastungen einen größeren Stellenwert als die eigentliche Tumortherapie. Hier bietet das interdisziplinäre Team der Palliativmedizin sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich eine umfassende Betreuung an.

 

Das zertifizierte OnkoZentrum am St.-Johannes-Hospital bietet all das aus einer Hand. „Wir sind froh, dass unser Team für die Menschen, die heute oft lange mit der Diagnose Krebs leben, in jeder Situation Ansprechpartner sein und Hilfe anbieten kann.“

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